Wohngebäude mit Veranstaltungssaal in Berlin

Ein Zweitwohnsitz in der Großstadt war der ursprüngliche Wunsch der Bauherren, der in  ein über acht Jahre andauerndes Projekt mündete. Schon die Suche nach dem Grundstück war unkonventionell. Auf dem Fahrrad begaben sich Bauherr und Architekt auf Erkundungstour und entdeckten 2006 die 900 m2 große Baulücke unmittelbar hinter den ehemaligen DDR-Grenzanlagen. Dort sollte kein einfaches Haus entstehen, sondern »Wohnen als grenzüberschreitender Kulturaustausch«. Was dies genau bedeutete, galt es in vielen Gesprächen, Planungen und Umplanungen zu entwickeln. Das Resultat ist ein Gebäude, das unterschiedliche Funktionen vereint. Die große Besonderheit ist ein mit modernster Bühnentechnik ausgestatteter mietbarer Veranstaltungssaal. Neben Seminaren oder Konferenzen sollen dort bis zu vier Mal im Monat Aufführungen verschiedenster Couleur stattfinden. Den Künstlern stehen eine Gemeinschaftsküche mit Speisesaal sowie der mit Kies und Bambus gestaltete Hof zur Verfügung. Übernachten können sie in kleinen, japanischen Ryokans entlehnten Zimmern im Geschoss darüber. Dieses bildet eine Art Puffer zwischen dem Bereich, zu dem die Öffentlichkeit Zugang hat, und den rein privat genutzten Ebenen. Sind keine Künstler im Haus, werden die Räume an Gäste vermietet. Den zur Straße und nach Süden orientierten Zimmern ist eine aus mehreren Schichten bestehende Fassade vorgelagert: raumhohe Glas-Schiebefenster, Loggia, tragende Beton-Lochfassade. Vor Einblicken und direkter Sonne schützen silbern schillernde Außenvorhänge.