Autobahnbrücke bei Sundsvall

In sanftem Schwung überquert die neue Autobahnbrücke die Meeresbucht an der schwedischen Ostküste, etwa 400 km nördlich von Stockholm. Als Teil der Europastraße E4 schließt sie eine Lücke in der Strecke von Stockholm bis zur finnischen Grenze. Seit Jahrzehnten bestand der Wunsch, Kapazität, Sicherheit und Umweltverträglichkeit des Streckenabschnitts zu verbessern, und die Innenstadt von Sundsvall zu entlasten. Ein wichtiger Schritt war 1995 die Auslobung eines offenen Wettbewerbs, den die Projektgruppe KRAM mit ihrem Vorschlag »Dubbelkrum« gewann. 2009 dann beauftragte der Bauherr nach einem EU-weiten Bewebungsverfahren eine Gruppe von Bauunternehmen und Ingenieuren mit der Ausführung und fertigen Übergabe des gesamten Brückenprojekts. Der Entwurf bezieht die Stadt und die umgebende Hügellandschaft ein. Trotz der mit 1420 m Länge gewaltigen Dimensionen dominiert die Brücke ihr Umfeld nicht, sondern definiert - im Dialog mit diesem - einen Teil der Bucht als neuen urbanen Raum. In feiner Linie verbindet sie die Ufer und beschreibt in Aufsicht und Profil jeweils eine Kurve. Drei Elemente prägen die Komposition: massive facettierte Betonpfeiler ragen bis auf zwei Drittel der Höhe aus dem Wasser. Darüber entfaltet sich eine aufgelöste Struktur aus Stahlrohren, die den flügelförmigen Brückenträger mit Leichtigkeit zu tragen scheint. Pfeilerform, Stahlrohrstruktur und auch die Spannweite verändern sich schrittweise. Diese nimmt von 170 m im mittleren Feld auf 88 m in den Randfeldern ab, während das Brückendeck zu den Enden hin flacher wird und die Pfeilerdimensionen proportional dazu abnehmen. Alle Stahlbauteile wurden in Süddeutschland gefertigt, in Stettin in Polen vormontiert und dann zum Einbau nach Schweden transportiert. Mithilfe ausgeklügelter Logistik entstand so ein europäisches Stahlprojekt in beeindruckendem Maßstab.