Der Schulkomplex im katalanischen Sabadell stand zwar nicht unter Denkmalschutz, hatte aber doch einen gewissen Charme, den die Architekten beim Umbau bewahren wollten. Daher erhielten und sanierten sie einen Großteil der Grundschule aus dem Jahr 1959 mit ihren Kappendecken und dem straßenseitigen Sichtmauerwerk. Gleichzeitig entstanden viele zusätzliche Spielzonen im Außenraum, die größte davon auf dem Flachdach des Altbaus, das hierfür verstärkt wurde und über einen ergänzten Treppenlauf erreichbar ist. Von dort blicken die Kinder im Schutz leichter Sonnensegel über die Stadt. Am Eingang sorgt eine neue Vorhalle als Dreh- und Angelpunkt aller Nutzungen für Orientierung und Kommunikation. Hier lässt sich besonders deutlich das reizvolle Nebeneinander alter Ziegelwände, neuer Stahlstützen und Betonsteinmauern erkennen. Den wichtigsten Eingriff stellt jedoch die Erweiterung des Haupttrakts auf der südlichen Hofseite dar. Eigentlich nicht im Programm des Wettbewerbs gefordert, überzeugte gerade dieser Vorschlag die Jury. Der Grund für die 3 m tiefe vorgesetzte Stahlkonstruktion waren die beengten Verhältnisse der Räume auf der Nordseite. Da das Gebäude dort durch die Straße begrenzt ist, nahmen die Architekten die Erweiterung auf der Hofseite vor: Sie beließen zwar den zentralen Erschließungsgang im Erdgeschoss, verschoben ihn aber in den oberen Geschossen auf die andere Seite der mittigen tragenden Wand, sodass sich die Räume an der Straßenseite von 35 auf 50 m2 vergrößern. Die neue Fassade versahen sie mit perforierten Stahllamellen, die die starke Sonneneinstrahlung auf 20 % senken; durch die horizontale Position konzentriert sich der Wärmeeintrag zudem auf die Wintermonate. Die 50 cm tiefe Schicht, die vertikale Pfosten aus robustem Douglasienholz in schmale Einheiten unterteilen, dient außerdem zur Belüftung und als thermischer Puffer. Die im Zwischenraum angebrachten Lamellen vor den Fensterbrüstungen nutzen die Kinder begeistert zur Kultivierung eigener Pflanzen.