Mit einem leisen Surren dreht sich die Wählscheibe zurück auf Null. Vielen gilt diese ruhige Drehbewegung der alten Bakelittelefone als sinnliches Erlebnis, welches den klaren Zusammenhang zwischen mechanischer Bewegung und elektronischer Funktion darstellt. Heutige Mobiltelefone sind dagegen kleiner, dezentral einsetzbar und um ein Vielfaches an Funktionen erweitert. Gerade deshalb ist die taktile Schnittstelle zwischen der menschlichen Hand und dem digitalen Gerät mehr denn je bedeutsam. So verdankt das iPhone seinen Erfolg nicht nur der hohen Funktionalität, sondern vor allem der verführerischen Eleganz einer einfachen Bewegung des Zeigefingers auf kühlem Glas, mit der sich diese Funktionen mühelos bedienen lassen. Hinter der schlicht und klar gestalteten Hülle steckt ein komplexer Kern aus digitalen Schaltungen. Schlüsselfunktionen wie das Wählen einer Rufnummer sind virtualisiert und in ihrem Ablauf nicht mehr sichtbar. Die Bewegung der Hand dient nicht der mechanischen Aktorik, sondern dem interaktiven Austausch zwischen Mensch und Maschine.