Jacoby Studios in Paderborn

Seit dem 17. Jahrhundert bildet das Kapuzinessenkloster in der Nähe der Quellen der Pader einen städtebaulichen Schwerpunkt inmitten der kleinteiligen Wohnbebauung Paderborns. Von 1841 bis ins Jahr 2013 wurden die Räume als Landeshospital genutzt. Durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, veränderten Wiederaufbau und zahlreiche Um- und Anbauten war die ursprüngliche Baustruktur kaum noch zu erkennen. Bei der Umgestaltung zum Firmensitz eines mittelständischen Unternehmens ergriff David Chipperfield Architects radikale Maßnahmen: Sie bauten alle Ergänzungen und Dächer bis auf die Grundmauern des Originalbestands zurück, befreiten die verbleibende Ruine von sämtlichem Putz und ließen die nackten Mauern als Denkmal schützen. Nur am Ostflügel tritt das alte Mauerwerk als Fassade zur Stadt in Erscheinung. Hier blieben auch die Geschossdecken erhalten und die historische Fensterteilung korrespondiert mit den dahinter untergebrachten Zellenbüros und Besprechungsräumen. An den Nord-, West- und Südfassaden prägt die Loggienstruktur vor den geschosshohen Verglasungen die neuen Büroriegel, die sich windmühlenartig mit zwei bis drei Geschossen um den historischen Kreuzgang legen. Mit ihren tiefen Schatten bilden die Loggien einen Kontrast zu den Mauerflächen, aufgrund der sandfarbenen mineralischen Materialität des Betons werden Alt und Neu als Einheit wahrgenommen.